Film und Podiumsdiskussion „Kann Sexarbeit fair sein?“



Anlässlich des diesjährigen Internationalen Hurentages lädt SeLA am 2. Juni, 19 Uhr zu einer Filmveranstaltung mit anschließender Podiumsdiskussion zum Thema: „Kann Sexarbeit fair sein?“ in das li.wu. in die Friedrichstraße 23 in 18057 Rostock ein. 
Im Anschluss an den Film „Hotpants am Polarkreis“ (Regie: Toni Nolde) wird SeLA gemeinsam mit den Filmemacherinnen Toni Nolde und Michelle Romero Pasternack und der Sexarbeiterin Cloe über Vorurteile, Stigmatisierung und Lebensrealitäten von Sexarbeiter*innen sprechen. Der Eintritt ist frei!

Am 2. Juni ist Internationaler Hurentag. An diesem Tag wird seit über 50 Jahren an die Diskriminierung von Sexarbeiter*innen und deren oftmals ausbeuterische Lebens- und Arbeitsbedingungen erinnert. Ausgangspunkt des Internationalen Hurentags als Gedenktag war der 2. Juni 1975, an dem mehr als 100 Prostituierte die Kirche Saint-Nizier in Lyon (Frankreich) besetzten, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen.

Hotpants am Polarkreis (Regie: Toni Nolde)
Zwischen Start-Up-Größenwahn und Sexarbeit findet sich die 24-jährige Rolf wieder. Gerade mit dem Businessmanagementstudium fertig, steht jetzt die erste Start-Up-Gründung an. Das große Ziel: die Start-Up-Messe „New! Brandenburg“, die Rolfs Vater organisiert. Rolf sieht eine Chance im Bereich der Sexarbeit und gründet kurzerhand ein Bordell in Brandenburg. Die Sexarbeiterinnen und ihre Kundschaft begegnen sich größtenteils auf Augenhöhe. Doch schnell muss Rolf feststellen, dass ihre Vorstellung von Sexarbeit kaum der Realität entspricht - ein neues Konzept muss her. Die vier Frauen wachsen zu einer Wahlfamilie zusammen, die Rolf nicht enttäuschen möchte - vor allem nicht die Ukrainerin Ljuba, die es ihr sehr angetan hat.

Info zur Sexarbeit in Rostock
Sexarbeit gehört in M-V wie in anderen Bundesländern zur Realität und findet unbeachtet in dicht besiedelten Wohngebieten (z.B. in Rostock in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt) statt. Sexuelle Dienstleistungen werden in Rostock am häufigsten in sogenannten Termin- bzw. Modelwohnungen direkt in der Nachbarschaft angeboten.
Seit 12 Jahren beraten und begleiten die Mitarbeiterinnen Nadine Herrmann und Sandra Kamitz in der Beratungsstelle SeLA Sexarbeiter*innen um langfristig bei der Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen zu unterstützen. Sexarbeit ist ein stark tabuisiertes und gesellschaftlich umstrittenes Berufsfeld. Sexarbeiter*innen sind daher vielfältigen Diskriminierungen ausgesetzt, die sich u.a. in belastenden Situationen in ihrem Arbeitsalltag, aber auch in einem moralisierenden und teilweise entmündigenden öffentlichen Diskurs zeigen.
Die Beratungsstelle SeLA ist das einzige spezialisierte Beratungsangebot für Menschen in der Sexarbeit in ganz Mecklenburg-Vorpommern.